Meike Kollmeyer
Still- und Laktationsberaterin IBCLC

Stillen von A bis Z

 

Anlegen

Das Baby wird so in den Arm genommen, dass es ganz auf der Seite liegt und der Mutter mit Köpfchen, Bauch und Beinen völlig zugewandt ist.

Brustwarze

Das Baby muss den Mund weit aufmachen, damit es die Brustwarze und den größten Teil des Warzenhofes in den Mund bekommt.

C-Griff

Die Brust wird im C-Griff angeboten, d. h. die Finger liegen flach unter der Brust, etwa 3 cm von der Brustwarze entfernt, der Daumen liegt lose oberhalb der Brustwarze auf der Brust. Der größte Teil des Warzenhofes soll im Mund des Babys sein. Macht das Baby den Mund weit auf , wird es mit einer schnellen Bewegung zur Brust geführt.

Durst

Die stillende Mutter sollte nach Durst trinken. 2 –3l ist die empfohlene Trinkmenge pro Tag.

Ernährung

Stillen ist Gesundheitsprävention in der natürlichsten Form. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF wird daher weltweit empfohlen die Kinder ein halbes Jahr voll und danach entsprechend teilzustillen bis zum 2. Geburtstag.

Frühgeborene

Für Frühgeborene ist Muttermilch besonders wertvoll. Die Natur passt die Zusammensetzung der Muttermilch den besonderen Bedürfnissen der unreifen Kinder an.

Gesundheit

Gestillte Kinder sind seltener krank.

Haut

Gestillte Kinder erhalten in den ersten 6 Monaten allein durch das Stillen etwa 250-300 Stunden mehr Hautkontakt.

Infektionen.

Die Abwehrstoffe in der Muttermilch schützen das Kind vor Infektionen.

Kalorien

Die stillende Mutter benötigt ca. 200-300 kcal mehr am Tag.

Liebevolle Zuwendung

Die Gehirnforschung hat belegt, dass die Entwicklung des Gehirns in den ersten Monaten nicht nur von der Ernährung, sondern auch von liebevoller Zuwendung bestimmt wird.

Medikamente

Grundsätzlich gilt: Die stillende Mutter sollte möglichst wenige Medikamente einnehmen, aber abstillen wegen einer Medikamenteneinnahme ist fast nie nötig. In den meisten Fällen kann ein Medikament gefunden werden, das mit dem Stillen vereinbar ist.

Nikotin

Schadstoffe der Zigarette gelangen über die Muttermilch zum Kind. Rauchen sollte während der Stillzeit aufgegeben oder soweit wie möglich eingeschränkt werden.

Oxytocin

bewirkt in der Brust, dass sich die Milchgänge und Milchbläschen zusammenziehen und die Muttermilch abgeben (Milchspendereflex). Gleichzeitig fördert es die Rückbildung der Gebärorgane.

Prolaktin

ist wie Oxytocin ein Hormon, dass in der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Es wird bei Stimulation der Brustwarze und Entleerung der Brust freigesetzt. Je häufiger die Brustwarze Saugreize durch Anlegen des Kindes oder Abpumpen von Muttermilch mit einer Brustpumpe erhält, desto mehr Muttermilch wird in der Brust produziert.

Qualität

und Quantität der Muttermilch verändert sich erst, wenn die Mutter über einen längeren Zeitraum weniger als 1200kcal zu sich nimmt.

Rückbildung

Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter.

Schnuller

Auf einen Schnuller sollte in den ersten 4 Wochen verzichtet werden. Ansonsten könnte es zu einer Saugverwirrung kommen, das heißt, daß sich das Baby eine falsche Trinktechnik an der Brust angewöhnt. Wenn überhaupt nötig, sollte er erst gegeben werden, wenn das Stillen etabliert ist.

Tandem-Stillen

Man kann ein Neugeborenes und ein älteres Geschwisterkind gleichzeitig stillen. Das Baby sollte aber immer zuerst trinken.

Urvertrauen

Stillen ermöglicht dem Kind auf ganz natürliche Weise Urvertrauen zu entwickeln, das für seinen weiteren Lebensweg so wichtig ist.

Väter

Erfolgreiches Stillen ist auch von der Unterstützung und dem Verständnis der Väter abhängig.

Wiegengriff

Stillen im Sitzen. Der Wiegengriff ist die am häufigsten gewählte Stillhaltung.

Zufüttern

Mit Beikost sollte frühestens im 5. Lebensmonat begonnen werden. Besser wäre es ein halbes Jahr ausschließlich zu stillen. Den Zeitpunkt der Zufütterung bestimmt auch das Interesse des Babys am Familienessen.

 


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Copyright © 2001 Barbara Schniebel
Stand: 24. September 2009

In Kooperation mit www.Hallo-Eltern.de die Seite für Schwangerschaft und Baby und mit dem Nachschlagwerk zum Baby

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